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Johann Michael Haydn (1737-1806) – Missa brevis in C
Dominikus-Messe – „Messa della Benedicenza“

Michael Haydn wurde im Örtchen Rohrau an der Leitha geboren, die dort die Grenze zwischen Niederösterreich und dem Burgenland bildet. Rohrau hat laut offiziellen Angaben nur 495 Einwohner (Stand 1. Januar 2025), aber es gibt ein Schloss. Zu Zeiten Haydns gab es wohl auch eine große Wallfahrt, sodass zu vermuten ist, dass Michael Haydn bereits in jungen Jahren mit anspruchsvoller Kirchenmusik in Berührung kam.

Wohl im Alter von acht Jahren folgte Michael Haydn seinem älteren Bruder Joseph als Sängerknabe an den Stephansdom nach Wien, das rd. 50 km von seinem Heimatort entfernt ist. Er brachte es zum Sopran-Solisten und verrichtete schon früh auch Orgeldienste im Stephansdom, denn die Knaben erhielten über den Gesang hinaus auch eine profunde musikalische Ausbildung.

Seine erste Stelle trat Haydn beim Bischof von Großwardein an, dem heute rumänischen Oradea. 1763 wechselte er an den Hof des Salzburger Fürstbischofs, wo er sein gesamtes Berufsleben in wechselnden Positionen verbringen sollte und Kollege sowohl von Leopold als auch Wolfgang Amadeus Mozart wurde – der eine 18 Jahre älter, der andere 18 Jahre jünger als Michael Haydn.

Der Musiker Haydn heiratete eine Musikerin: die Hofsängerin Maria Magdalena Lipp. Die Ehe wird als glücklich beschrieben, aber eine einzige Tochter starb noch als Säugling.

 


Michael Haydn ist heute weniger bekannt als sein Bruder Joseph, aber seine Musik ist keineswegs weniger bedeutend. Als einen Grund für die heute unterschiedliche Wahrnehmung vermuten Experten, dass zu Lebzeiten Michael Haydns nur wenige seiner Werke im Druck erschienen, sondern handschriftlich verbreitet wurden.

Dass gerade auch die „Messa della Benedicenza“ – Lobpreis-Messe – außerordentlich beliebt war, bezeugen rund 20 Handschriften, die sich noch heute in Klöstern und Bibliotheken in Österreich, Deutschland, Tschechien, Ungarn und Kroatien finden.

Da Haydn bei einem Bischof angestellt war, sind von ihm naturgemäß zahlreiche geistliche Werke bekannt – unter anderem auch mehre Messkompositionen in deutscher Sprache. Haydn schuf aber auch Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Singspiele und Opern.

Interessant aus Hamborner Sicht ist, dass Michael Haydn mit Abt Nikolaus Betscher des Prämonstratenserklosters Rot an der Rot – von wo aus die Abtei Hamborn im Jahr 1959 wiederbesiedelt wurde – befreundet war. Aus dieser Freundschaft resultierte die Komposition eines Choralbuches, des sogenannten. „Antiphonarium ad usum chori Rothensis“. Abt Betscher und ein Mitbruder, Sigmund Hogl, stellten gregorianische Antiphonen aus der prämonstratensischen Liturgie zusammen, zu denen Michael Haydn eine Orgelstimme komponierte, sodass Chorgesang und Orgel im Wechsel erklingen können.